Wohin zuerst?

Wenn man seine Gläubigeraufstellung soweit fertig hat, ist der aufwändigste Teil für den Schuldner im Prinzip abgeschlossen.
Jetzt heißt es zu überlegen, wohin man sich bezüglich seines Vorhabens wendet. Man kann einen Antrag auf Verbraucherinsolvenz nur stellen, wenn ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern gescheitert ist. Dieser Einigungsversuch muss durch eine hierfür zugelassene Person erfolgen und bestätigt werden. Dies sind spezialisierte Anwälte, Steuerberater oder eine anerkannte (staatliche) Schuldnerberatung. Ich hörte auch von Karitas und anderen wohltätigen Verbänden.

Wo also hin?

Die staatliche Schuldnerberatung ist meist kostenfrei, dafür kronisch überlastet. Der nächstmögliche Termin wurde mir für 6 Monate später angeboten. Das war für mich viel zu spät. Ein Grund mehr, beim ersten Verdacht der Überschuldung sofort zu reagieren!

Ein Anwalt oder Steuerberater ist kostenpflichtig. Bei mir (68.000 Euro, 19 Schuldner) kostete das am Ende knapp 1000 Euro. Diese verteilten sich auf 3 Rechnungen und es wurde nach Brago abgerechnet. Bitte beachten, den Schein bekommt man natürlich erst, wenn diese Rechnungen bezahlt sind. „Sonst kann ich meinen Namen gleich mit auf die Liste setzen…“ so mein Anwalt zu mir. Klingt komisch, vergessen wir aber nicht den Grund des Besuchs bei ihm. 😉